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Im Anschluss las die Schauspielerin Veronica Ferres aus Büchern über Rathenau. Sie entlieh aus Sebastian Haffners Buch „Geschichte eines Deutschen“ das Zitat, die Wirkung Rathenaus auf seine Mitmenschen sei die „Wirkung eines Magneten in einem Haufen Eisenspäne“ gewesen. Haffner sah in Rathenau zudem einen „deutschen Patrioten und liberalen Weltbürger“. Er sei „Synthese aus einem ganzen Bündel von Kultur- und Ideenströmen“ gewesen, die unter den Deutschen massenhaft Hass und massenhaft Liebe erzeugte.
Rathenau war ein Visionär einer gerechten Gesellschaft
Außenminister Guido Westerwelle bezeichnete Rathenau als „Visionär einer gerechten Gesellschaft“ und „demokratischen Volksheld“. Er erinnerte auch an die Beerdigung Rathenaus, in dessen Folge es zu Spontandemonstrationen Hunderttausender kam.
Westerwelle betonte, der diesjährige Rathenau-Preisträger, Schimon Peres, habe am gleichen Tag im Bundestag „eine historische Rede“ gehalten. Peres werde dem Handeln für Völkerverständigung und Toleranz Rathenaus „in jeder Weise gerecht“. Der Außenminister erklärte, der Staatsbesuch Peres’ illustriere die auf Ausgleich bedachte Wirkung des Preisträgers und symbolisiere zugleich die komplexe deutsch-israelische Beziehung. Er könne Peres nur für den Besuch danken, so Westerwelle.
Diese Geste entspreche einer Haltung, die Peres seit langem Deutschland gegenüber zeige, so Westerwelle. Dieser kam 1986 als erster israelischer Premierminister in das geteilte Berlin. Damals habe er gesagt, „an Berlin haften viele Erinnerungen, und auch viele Hoffnungen sind mit Berlin verknüpft. Verändern können wir die Vergangenheit nicht, doch eine andere Zukunft können wir gestalten.“ Diese Bereitschaft, Vergangenheit und Zukunft mit einander zu verbinden, durchziehe das Wirken des israelischen Präsidenten, würdigte Westerwelle den Preisträger.
Unsere Verantwortung für die Sicherheit Israels
Westerwelle erklärte, die Verhinderung einer iranischen Nuklearwaffenoption sei für die deutsche Politik „genuines nationales Interesse“. Sie sei aber auch Ausdruck „unserer Verantwortung“ für die Sicherheit Israels. „Ich habe es in Jerusalem gesagt und ich unterstreiche es heute erneut: Das Engagement für die sichere Existenz Israels ist feste Konstante deutscher Außenpolitik“, so Westerwelle.
Mit Blick auf die Nahost-Krise betonte Westerwelle, dass er sich in vielen Dingen mit Ansichten Peres’ einig sei. „Mit Präsident Abbas steht ein wirklicher Partner auf palästinensischer Seite zur Verfügung. Diese Konstellation gilt es zu nutzen. Die Zeit läuft und Stillstand ist keine Option“, so Westerwelle. Abschließend erklärte der Außenminister, Israel habe viele Freunde in der Welt. „Deutschland gehört dazu, aber auch die Vereinigten Staaten von Amerika. Gemeinsam mit den USA und unseren europäischen Partnern wollen wir Ihnen auf dem Weg zum Frieden beistehen.“
Preisträger Schimon Peres erklärte in seiner Dankesrede, er empfinde in Berlin nicht nur Erinnerung an die Shoah, sondern auch große Freundschaft. Er erinnerte an den großen Staatsmann Rathenau. Dieser habe trotz seines Judentums in diesen zerrissenen Zeiten keinen Personenschutz gewollt. Nach seinem Tod habe Albert Einstein erklärt, „falle Rathenau sich gegen die Politik entschieden hätte, wäre das akzeptabel gewesen, aber er war ein Kämpfer und wollte seine Pflicht für Deutschland erfüllen“.
Nachrichten
27.01.2010Schimon Peres erhält den Rathenau-Preis
Der israelische Präsident, Nobelpreisträger Schimon Peres, hat am Mittwochabend den Walter-Rathenau-Preis verliehen bekommen. In der Laudatio im Atrium der Berlin DZ Bank würdigte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) Peres als "einen prägenden Außenpolitiker des 20. Jahrhunderts" und "einen Freund Deutschlands". Preisträger Schimon Peres erklärte, er empfinde in Berlin nicht nur Erinnerung an die Shoah, sondern auch große Freundschaft.
Im Anschluss las die Schauspielerin Veronica Ferres aus Büchern über Rathenau. Sie entlieh aus Sebastian Haffners Buch „Geschichte eines Deutschen“ das Zitat, die Wirkung Rathenaus auf seine Mitmenschen sei die „Wirkung eines Magneten in einem Haufen Eisenspäne“ gewesen. Haffner sah in Rathenau zudem einen „deutschen Patrioten und liberalen Weltbürger“. Er sei „Synthese aus einem ganzen Bündel von Kultur- und Ideenströmen“ gewesen, die unter den Deutschen massenhaft Hass und massenhaft Liebe erzeugte.
Rathenau war ein Visionär einer gerechten Gesellschaft
Außenminister Guido Westerwelle bezeichnete Rathenau als „Visionär einer gerechten Gesellschaft“ und „demokratischen Volksheld“. Er erinnerte auch an die Beerdigung Rathenaus, in dessen Folge es zu Spontandemonstrationen Hunderttausender kam.
Westerwelle betonte, der diesjährige Rathenau-Preisträger, Schimon Peres, habe am gleichen Tag im Bundestag „eine historische Rede“ gehalten. Peres werde dem Handeln für Völkerverständigung und Toleranz Rathenaus „in jeder Weise gerecht“. Der Außenminister erklärte, der Staatsbesuch Peres’ illustriere die auf Ausgleich bedachte Wirkung des Preisträgers und symbolisiere zugleich die komplexe deutsch-israelische Beziehung. Er könne Peres nur für den Besuch danken, so Westerwelle.
Diese Geste entspreche einer Haltung, die Peres seit langem Deutschland gegenüber zeige, so Westerwelle. Dieser kam 1986 als erster israelischer Premierminister in das geteilte Berlin. Damals habe er gesagt, „an Berlin haften viele Erinnerungen, und auch viele Hoffnungen sind mit Berlin verknüpft. Verändern können wir die Vergangenheit nicht, doch eine andere Zukunft können wir gestalten.“ Diese Bereitschaft, Vergangenheit und Zukunft mit einander zu verbinden, durchziehe das Wirken des israelischen Präsidenten, würdigte Westerwelle den Preisträger.
Unsere Verantwortung für die Sicherheit Israels
Westerwelle erklärte, die Verhinderung einer iranischen Nuklearwaffenoption sei für die deutsche Politik „genuines nationales Interesse“. Sie sei aber auch Ausdruck „unserer Verantwortung“ für die Sicherheit Israels. „Ich habe es in Jerusalem gesagt und ich unterstreiche es heute erneut: Das Engagement für die sichere Existenz Israels ist feste Konstante deutscher Außenpolitik“, so Westerwelle.
Mit Blick auf die Nahost-Krise betonte Westerwelle, dass er sich in vielen Dingen mit Ansichten Peres’ einig sei. „Mit Präsident Abbas steht ein wirklicher Partner auf palästinensischer Seite zur Verfügung. Diese Konstellation gilt es zu nutzen. Die Zeit läuft und Stillstand ist keine Option“, so Westerwelle. Abschließend erklärte der Außenminister, Israel habe viele Freunde in der Welt. „Deutschland gehört dazu, aber auch die Vereinigten Staaten von Amerika. Gemeinsam mit den USA und unseren europäischen Partnern wollen wir Ihnen auf dem Weg zum Frieden beistehen.“
Preisträger Schimon Peres erklärte in seiner Dankesrede, er empfinde in Berlin nicht nur Erinnerung an die Shoah, sondern auch große Freundschaft. Er erinnerte an den großen Staatsmann Rathenau. Dieser habe trotz seines Judentums in diesen zerrissenen Zeiten keinen Personenschutz gewollt. Nach seinem Tod habe Albert Einstein erklärt, „falle Rathenau sich gegen die Politik entschieden hätte, wäre das akzeptabel gewesen, aber er war ein Kämpfer und wollte seine Pflicht für Deutschland erfüllen“.



