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21.10.2009Liberale trauern um Werner Maihofer
Am Montag wurde bekannt, dass Werner Maihofer im Alter von 90 Jahren gestorben ist. Der FDP-Partei- und Fraktionsvorsitzende Guido Westerwelle erinnerte am Dienstag an den ehemaligen Innenminister und äußerte sich „tief betroffen“ zum Tode Maihofers. Er bezeichnete ihn als „eine prägende Gestalt des deutschen Liberalismus“.
Der am 20. Oktober 1918 geborene Maihofer studierte nach dem Einsatz im Zweiten Weltkrieg in Freiburg Rechtswissenschaften, promovierte 1950 und habilitierte 1953. Seit 1955 in Saarbrücken lehrend, entwickelte er sich zu einem Vorreiter der Strafrechtsreform. 1972 zog Maihofer, drei Jahre nach Eintritt in die FDP und seit zwei Jahren im Bundesvorstand, in den Bundestag ein und wurde Bundesminister ohne Geschäftsbereich.
Der Strafrechtler Maihofer war als Vorsitzender der FDP-Programmkommission ab 1970 neben Karl-Hermann Flach und Walter Scheel einer der Väter der Freiburger Thesen. Später wurde er erst Bundesminister für besondere Aufgaben, bevor er in der folgenden Legislaturperiode als Bundesinnenminister fungierte.
Nicht nur in diesen beiden Ämtern habe Maihofer bleibende Verdienste erworben, er habe zudem als ein überragender Intellektueller in jedem seiner Ämter und zu jedem Zeitpunkt die geistige Dimension des Liberalismus gelebt und deutlich gemacht, erinnerte Westerwelle. Als Strafrechtsprofessor, als Ethiker, als Mitautor der „Freiburger Thesen“, als Philosoph, als Präside der FDP und als Justizreformer habe er „das gesellschaftliche wie das geistige Leben der Bundesrepublik entscheidend mit geprägt“.
„Auch nach seinem Ausscheiden aus seinen Ämtern war er ein Ratgeber, ein Wegweiser und ein Vorbild“. 25 Jahre nach den „Freiburger Thesen“ habe er auch die „Wiesbadener Grundsätze“ maßgeblich mitgestaltet, erinnerte der liberale Parteivorsitzende. „Im Zweifel für die Freiheit, für die Freiheit zur Verantwortung – das war seine Maxime. Der prinzipienfeste Humanist Werner Maihofer lebte stets jene tiefe Bildung, die er in beeindruckender Weise hatte und die er zugleich stets mit anderen teilte.“
“Unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei seiner Familie und bei seinen Angehörigen. Selbstverständlich haben wir deren Wunsch respektiert, bis zur Trauerfeier am heutigen Dienstag die Nachricht vom Tode Werner Maihofers nicht bekannt zu geben.
Wir Liberale und ich ganz persönlich verneigen uns in Trauer vor einer beeindruckenden Lebensleistung und vor einem großen Mann. Wir werden Werner Maihofer als Politiker, als Denker, als Lehrer und als Menschen ein ehrendes Andenken bewahren.“



